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Montag, 13. Februar 2017, 10:03

Roman 28 "Kur of Gor"

Unter Bestien: Robin Hood auf den Stahlwelten

Mehrere Male haben die fremdrassigen Kur bereits Gor, die Gegen-Erde, angegriffen, so etwa in Band 12, „Die Bestien von Gor“, als sie am Nordpol einen Stützpunkt errichteten, oder in Doppelband 17/18, als sie die Wilden der Prärien Gors aufstachelten, Tarl Cabot, den Diener der Priesterkönige, sowie goreanische Kavallerie anzugreifen. Wiederholt hat Tarl Cabot ihre Pläne vereitelt.

Doch nun ist Tarl Cabot der Gefangene der Bestien geworden. Sie sind keine Tiere, sondern verfügen über eine militärische Hierarchie, leben in ihren Raumschiffen – und warten auf die Invasion Gors, denn sie benötigen dringend eine eigene Welt, haben sie doch ihre eigene zugrunde gerichtet und verlassen müssen.

Tarl Cabot befindet sich irgendwo im Asteroidengürtel in einem Geheimgefängnis. Doch welche Pläne wollen die Kur mit ihm in die Tat umsetzen? Wie auch immer ihr Interesse aussehen mag, sie müssen bald feststellen, dass Tarl Cabot ein Mann ist, den sie ernstnehmen müssen …

Handlung

Tarl Cabot findet sich nackt in einem ihm unbekannten Gefängnisbehälter wieder. Wie ist er hierher gekommen und wie kommt er wieder raus? Er weiß es nicht. Jede Gewalteinwirkung verpufft an der Glassinschale wirkungslos. Nur sein geduldiges Warten wird belohnt. Eine schöne Erdenfrau wird von Unbekannten in seinem Behälter abgelegt. Die offensichtlich freie Frau ist ebenso nackt wie das andere weibliche Wesen. Bei dieser Blondine handelt es sich offenbar um eine Sklavin, die über keine Sprechfähigkeit mehr verfügt. Aber woher kommt sie? Tarls Codex als Krieger verbietet es ihm, die Frauen wie Sklavinnen zu behandeln. Es kommt zu einer Krise, wer die Herrschaft im Behälter innehat.

Eine interessante Konstellation, die die Priesterkönige da mit Tarl Cabot aufgebaut haben. Das findet zumindest ein unbeteiligter Beobachter, der weder Priesterkönig noch Mensch noch Kur ist. Er weiß nicht einmal, wie ein Priesterkönig aussieht, und viele seine Erklärungsversuche wirken notdürftig und vorläufig. Die Frage ist deshalb, womit wir es bei diesem Erzähler zu tun haben, denn von einer dritten Macht war im Gor-Zyklus bislang noch nie die Rede.

Die Blondine ist unterwürfig und schmeichelt sich bei Tarl ein. Die Erdenfrau indes stammt wie Tarl aus „einem England“ und hat wie er, der aus Bristol stammt, in Oxford studiert. Dort hat sie offenbar die Männer mit ihrer Schönheit und ihren Allüren reihenweise zur Verzweiflung getrieben. Sie glaubt nicht, dass sie eine optimale Dienerin abgeben würde. Doch dies ändert sich schlagartig, als eine Explosion den Gefängnistrakt erschüttert: Riesige und schwerbewaffnete Kur-Krieger dringen ein und befreien die Insassen. Oder geht es nur um Tarl? Bevor er bewusstlos geschlagen wird, registriert Tarl drei wichtige Dinge:

1) Die Blondine hüpft einem der Kur praktisch in die pelzigen Arme, voller Freude über das Wiedersehen;
2) die Erdenfrau, eine gewisse Victoria Cecily Pym, erklärt sich in größter Panik zur Sklavin und redet die Kurii mit „Herren“ an – ein schwerer Fehler;
3) der Anführer der Kurkrieger ist Tarls alter Bekannter Zarendargar, mit dem er einst am Nordpol von Gor mal einen gehoben hat (in Band 12).

Die Kurii bringen Tarl und die beiden Frauen auf eines ihrer Raumschiffe: eine zylinderförmige Stahlwelt, die innen hohl ist und eine Landschaft beherbergt, die von künstlicher Schwerkraft an Ort und Stelle gehalten wird. Die Blondine ist verschwunden, doch Cecily, die Brünette, ist mit Tarl in einer Zelle angekettet. Er bringt ihr Goreanisch bei. Das ist von Vorteil, denn so kann sie verstehen, was er mit dem Gefängniswärter spricht. Dieser ist eine Züchtung aus Mensch und Kur; Tarl nennt ihn „Grendel“, nach dem Ungeheuer aus dem Heldenepos „Beowulf“. Grendel hat nur fünf Finger und wird deshalb von den Kurii ausgegrenzt. Er weiß nicht, wohin er gehört – genau wie Tarl im Moment.

Das aktuelle Oberhaupt der Kurii nennt sich Agamemnon, 11. Gesicht des Namenlosen, Theokrat der Stahlwelten. Doch Agamemnon hat kein Gesicht, sondern versteckt seinen geist in verschiedenen mechanischen Gestalten, etwa einem Riesenskorpion. Er hat es auf Gor und die Erde als neue Siedlungsgebiete abgesehen. Was ihn noch an der Invasion hindert, sind jedoch die Priesterkönige. Sein Wissen über sie gibt Tarl nicht preis, doch er erklärt, er sei weder Diener noch Freund der Herrscher über Gor. Prompt bietet ihm Agamemnon die Herrschaft über Gor an.

Dass dies eine Lüge ist, erkennt Tarl von Anfang an. Und dass Agamemnon nicht überall nur Freunde hat, wird ihm auch bald klar. Der Kur Pyrrhus etwa hat sich Cecily genommen und will Tarls Zuneigung für sie gegen ihn und Agamemnon verwenden. Doch daraus wird nichts, macht ihm Tarl klar. Denn mittlerweile ist Cecily nichts weiter als eine Sklavin wie Millionen andere auf Gor, und er empfinde weder Zuneigung noch Begehren für sie. Die Blondine hingegen verwöhnt wieder ihren Kur-Herrn Arcesilaus und ist dabei glücklich.

Als Agamemnon klar wird, dass Pyrrhus ihm nicht mehr treu ergeben ist, lässt er ihn in der Arena öffentlich fertigmachen. Das wiederum bringt etliche andere gegen den gegenwärtigen Herrscher auf, darunter den Menschen Peistratus, der in der Vergnügungs-Stahlwelt der Kurii ein angenehmes Leben führt. Als Tarl weiterhin zögert, die Informationen über die Priesterkönige herauszurücken, fällt er in Ungnade. Es wird Zeit, sich abzusetzen.

Für Tarl, Grendel und Peisistratus wendet sich das Blatt, als sich nicht nur der Kur Pyrrhus, sondern auch Arcesilaus für die Rebellion entscheiden. Nach Pyrrhus‘ Tod flüchten sie in die Wildnis der Stahlwelt, wo sich große Seen und Wälder erstrecken. Tarl hat Cecily bei sich, Grendel hat sich in die nunmehr sprechfähige Kur-Sklavin verliebt. Die Blondine hingegen schaut auf den halb-Kur herab, denn sie strebt nach Höherem: Sie will eine Ubara auf dem sicher schon bald unterworfenen Planeten Gor werden, eine Herrscherin.

Doch der Angriff der Flotte auf Kur scheitert und Agamemnons Machtstellung wankt. Zusammen mit Grendel, Peisistratus und den wilden Waldmenschen gründet Tarl eine Rebellentruppe, die Agamemnons Leibgarde das Leben schwer macht. Allerdings haben die Rebellen nicht mit dem Verrat ihres Helfers Flavion gerechnet …

(http://buchwurm.org/norman-john-kur-of-gor-gor-28-19298/)
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Chefschnitte und allwissende Müllhalde

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